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Frühjahrstagung der Landesgruppen Nord und Niedersachsen / Bremen

Die diesjährige gemeinsame Frühjahrstagung der beiden Landesgruppen Nord und Niedersachsen / Bremen fand am 13. Und 14. April 2018 unter dem Titel „Urbane Produktion -  Chancen und Herausforderungen auch für neue Quartiere“  auf dem IBA-Dock in Hamburg-Veddel statt. Nach einer Einführung von Dieter Läpple über die „Produktive Stadt“ hatten wir mehrere Inputs unter verschiedenen Aspekten -   interessante Beispiele aus Hannover, Wolfsburg, Lübeck und Hamburg und hätten sicher noch sehr viel diskutieren können.

Wichtig und deutlich wurde dabei insbesondere die Fragestellung der Differenzierung  der verschiedenen Anwendungsfälle und Anwendungsräume.

  • Großstadt/ Metropole versus kleiner Städte
  • Planen im Bestand/ Umwandlungen im  bestehenden Nutzungsgefüge versus Neuplanungen eine Stückes Stadt

Die spannende Frage: „Gemischte Neu- bzw. Weiterentwicklung von Stadt – geht das eigentlich?“  war die Leitfrage am ersten Tag, die wir in vier parallelen Gruppen intensiv diskutiert haben. Dabei stellte sich insbesondere die Frage über welche Art von Gewerbe wir bei der produktiven Stadt überhaupt reden: geht es um den kleinen traditionellen Handwerksbetrieb oder meinen wir neue Start-ups, die mit innovativen Geschäftsideen unterwegs sind? Wie lassen sich Gewerbe und Industrie im Stadtgefüge erhalten? Unter welchen Bedingungen sind kleinteilige Mischungen umsetzbar? Welche baulichen und planerischen Möglichkeiten und Rahmenbedingungen  (z.B. Stapelung von Gewerbe, Verfügung von „Möglichkeitsräumen) können die Entwicklung gemischter Quartiere unterstützen? Was sind Hindernisse und Herausforderungen (z.B. Immissionsproblematik, Bedürfnis nach „Ruhe“). Eine wichtige Rolle spielten in der Diskussion die Einsatzmöglichkeiten, die die neue Kategorie „Urbanes Gebiet“ in der BauNVO bietet. Ein weiteres zentrales Thema war die Frage der Akteure zur Umsetzung urbaner Produktion, die dafür notwendigen Rahmenbedingungen und Instrumente sowie die Initiatoren der Quartiersentwicklung (Politik, Verwaltung, Wohnungswirtschaft, gewerbliche Wirtschaft / Betriebe). Auch die Blickweise und Reaktion der Stadtgesellschaft bzw. Öffentlichkeit auf zunehmend gemischtere Quartiere und dem Nebeneinander unterschiedlicher Nutzungen wurde diskutiert.

Am zweiten Tag ging es schwerpunktmäßig darum, wieweit das Konzept der urbanen Produktion auch für kleinere Städte oder für stagnierende Räume im Bestand von Relevanz sein kann. Hier bestand weitgehende Einigkeit, dass es unterschiedliche Leitbilder und Strategien für verschiedene regionale Kontexte und Standorte geben muss. So unterscheiden sich prosperierende Räume wie Hamburg oder Hannover/Bremen deutlich von kleineren Städten und schrumpfenden Regionen oder ländlichen Regionen. Da die Zeit wie immer nicht ausreichte, um alle Fragen erschöpfend zu diskutieren, bestand Einigkeit, die angesprochenen Themen in der nächsten gemeinsamen Frühjahrstagung weiter zu vertiefen, insbesondere mit dem Fokus auf kleinere und mittlere Städte.

Eine Bus-Exkursion durch ausgewählte Bereiche im Hamburger Osten bildete den gelungenen Abschluss der Frühjahrstagung. Ole Jochumsen von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen zeigte uns u.a. den neuen Opernfundus in Rothenburgsort, gemischte Nutzungen in der Marckmannstraße, aufregende und „wilde“ Verkaufsstände im Industriegebiet Billbrook und interessante neue Wohnquartiere in Hammerbrook. Vielen Dank dafür!

Also insgesamt zwei sehr gelungene und inspirierende Tage! Es hat sich erneut gezeigt, dass das Konzept der gemeinsamen jährlichen Tagung beider Landesgruppen vielfältige Anregungen und Diskussionsergebnisse mit sich bringt - abgesehen davon, dass es auch Spaß macht, sich näher kennenzulernen!


Ute Müller und Margit Bonacker, Landesgruppe Nord, 16.04.2018

Das Programm können Sie hier einsehen.

 
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