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Freitag und Samstag, 24. und 25. Mai 2013

Zukunft der Modernen Stadt - Wissenschaftliches Kolloquium

Alvar-Aalto-Kulturhaus, Wolfsburg

Seit Beginn systematischer Stadterneuerung in den 1960er Jahren

war weit mehr als eine Generation von Planerinnen und Planern mit

der Modernisierung und dem Umbau der gründerzeitlichen Stadtquartiere

befasst. Nach der Wende traten aus der katastrophalen

städtebaulichen Situation der historischen Innenstädte in den neuen

Bundesländern noch weit ältere Bau- und Stadtstrukturen in den

Fokus der Stadterneuerungspraxis. Nun dürfte absehbar der Umgang

mit dem umfangreichen Baubestand und den städtebaulichen

Strukturen des deutschen Wiederaufbaus, konzeptionell getragen

von den Leitvorstellungen der Moderne, in den Mittelpunkt des Diskurses

zukünftiger Planungs- und Baupraxis treten.

Ganz unterschiedliche Anlässe sind hierfür ausschlaggebend, von den

Herausforderungen des Klimawandels und der Energiewende über die

aktuellen Wohnungsbedarfe bis zu den gewandelten gesellschaftlichen

Bedingungen der Stadtentwicklung und neuen Sichten auf Qualitäten

städtischer Funktionen, Nutzungen und auf Stadtgestaltung.

Ein Ausgleich der Differenz zwischen den städtebaulichen Prägungen

der „Modernen Stadt“ – zu umreißen mit Stichwörtern wie

Funktionstrennung, Autogerechtheit sowie offener, stadtlandschaftlicher

Raumbildung – und den heutigen Erwartungen an Urbanität

und Mischung, an nachhaltige Mobilität und stadträumliche Abgrenzung

von öffentlichen und privaten Bereichen wird zur höchst

anspruchsvollen Aufgabe. Die Balance zwischen den Qualitäten

auch dieser Bestände und den Zielen nachhaltiger städtebaulicher

Weiterentwicklung zu finden, ist eine schwierige, notwendige aber

auch spannende Zukunftsfrage.

In kaum einer anderen Stadt lässt sich diese Herausforderung besser

erörtern und veranschaulichen als in Wolfsburg als einer der

ganz wenigen gelungenen Stadtneugründungen des 20sten Jahrhunderts

und als Prototyp der Modernen Stadt, die nach 75-jährigem

Bestehen derzeit eine besondere Wachstumsdynamik erfährt.

Die Schaffung neuer Wohnquartiere ebenso wie Nachverdichtungen

und innenorientierte Weiterentwicklungen stehen hier, wie in vielen,

andernorts von Wiederaufbau-Städtebau geprägten Stadtquartieren

derzeit auf der Tagesordnung.

Das städtebauliche Colloquium soll die Chance bieten, einerseits in

diesem thematischen Feld auf theoretischer Ebene sich mit den gewandelten

Anforderungen und Erwartungen an Stadt auseinander zu

setzen. Hierzu bietet es Impulse aus technischer, sozialer und kultureller

Perspektive. Andererseits wird die Möglichkeit eröffnet, pragmatische

Erkenntnisse und Schlussfolgerungen aus dieser Debatte mit

Anschauung vor Ort und Einführung in konkrete Planungsvorstellungen

für die Wolfsburger Stadtteile Detmerode und Hellwinkel abzuleiten.

Programm

 

 
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